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Lexikon
Data Mining
Grundlagen

Investition und Finanzierung

  1. Einführung
  2. Investition
  3. Finanzierung, Finanzplanung und Kapitalbedarf
  4. Finanzierungsarten



4. Finanzierungsarten

Finanzierungsarten lassen sich zunächst nach der Herkunft des Kapitals unterscheiden. Bei der Innenfinanzierung stammen die finanziellen Mittel aus dem Betriebsprozess. Es handelt sich um den Rückfluss von investierten Mitteln und/oder den Umsatzgewinn des Unternehmens. Einlagen des Unternehmers und seiner Gesellschafter (Einlagenfinanzierung) gehören zur Aussenfinanzierung, weil sie nicht innerhalb des Betriebes erwirtschaftet wurden. Auch Fremdkapital, das als Kredit, Darlehen, Hypothek oder kurzfristige Verbindlichkeit (Schulden) von Gläubigern zur Verfügung gestellt wird, gehört zur Aussenfinanzierung.

Man kann die Finanzierungsarten auch nach der Rechtsstellung des Kapitalgebers differenzieren. Eigenfinanzierung durch den Betrieb oder seine Eigentümer steht hier Fremdfinanzierung durch Kapitalgeber, die nicht zum Betrieb gehören, gegenüber.

Kapital aus Eigenfinanzierung:
        Innenfinanzierung aus dem Betriebsprozess
        Einlagenfinanzierung der Besitzer
        -----------------------------------------
        = Eigenkapital auf der Passivseite der Bilanz

Kapital aus Fremdfinanzierung
        = Fremdkapital auf der Passivseite der Bilanz


(1) Innenfinanzierung / Selbstfinanzierung
... bezeichnet die Bereitstellung finanzieller Mittel aus dem betrieblichen Umsetzungsprozess. Hat ein Unternehmen in der vergangenen Wirtschaftsperiode investiert, produziert und umgesetzt, gelangt auch Geld in die Kasse. Dadurch steht Kapital zur Verfügung, das schon einmal in den Leistungsprozess investiert wurde. Dies nennt man Desinvestition.

Darüber hinaus erwirtschaftet das Unternehmen aber auch einen Überschuss / Gewinn. Der kann an die Eigentümer verteilt, also ausgeschüttet werden. Unterbleibt diese Verteilung und fließt der Gewinn wieder ins Unternehmen, so wächst das Eigenkapital. Der Gewinn wirkt kapitalzuführend. Dieser nicht ausgeschüttete Gewinn (Gewinnthesaurierung) ermöglicht dem Betrieb die Selbstfinanzierung. Bei dieser Finanzierung aus unverteilten Überschüssen werden vom Unternehmensgewinn Rücklagen gebildet. Auf diese Weise entsteht zusätzliches Eigenkapital, das investiert werden kann. Da dieses Kapital in der Bilanz verzeichnet ist, spricht man von offener Selbst- oder Innenfinanzierung.

Gewinn & Verlust
SOLL HABEN

Aufwendungen
Gewinn

150.000,-
110.000,-

Erträge
__________/

260.000,-
‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾
260.000,- 260.000,-

SOLL               Gewinn & Verlust               HABEN
-----------------------------------------------------------
Aufwendungen       150.000,-  |  Erträge          260.000-
Gewinn             110.000,-  |  ___________/‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾
-----------------------------------------------------------
                   260.000,-  |                   260.000,-
Wie die Bücher dieses Unternehmens zeigen, wurde hier im letzten Geschäftsjahr ein Gewinn erwirtschaftet. Der Unternehmer verzichtet auf die Gewinnentnahme. Das so wachsende Eigenkapital kann wieder investiert werden.
SOLL                    Eigenkapital               HABEN
-----------------------------------------------------------
                              |  Gewinn           110.000-

Bei Kapitalgesellschaften wie einer GmbH oder AG wird die so gebildete Rücklage auf ein spezielles Konto gebucht.
SOLL               Gewinn & Verlust               HABEN
-----------------------------------------------------------
Aufwendungen       150.000,-  |  Erträge          260.000-
Rücklagen           40.000,-  |              /‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾
Gewinn              70.000,-  |  ___________/
-----------------------------------------------------------
                   260.000,-  |                   260.000,-

				   
SOLL                      Rücklagen                   HABEN
-----------------------------------------------------------
                              |                     40.000-
Auch diese Rücklage ist Gewinn, der nicht ausgeschüttet wurde. Diese kann somit investiert werden.

Neben der offenen Selbstfinanzierung durch desinvestierte Mittel und den Gewinn, den das Unternehmen nicht ausschüttet, gibt es noch die verdeckte oder stille Selbstfinanzierung. Auch hier werden Rücklagen gebildet. Da sie aber in der Bilanz nicht ausgewiesen werden, spricht man von stillen Rücklagen. Sie entstehen durch Unterbewertung von Vermögensteilen oder Überbewertung von Schulden.

Ein Beispiel zur Unterbewertung von Anlagevermögen:
Ein Unternehmen besitzt ein Grundstück. In der Bilanz ist es als Anlagevermögen mit dem Kaufpreis von 300.000 Euro verzeichnet. Durch Erschließungsmaßnahmen der Kommune steigt der Wert auf 500.000 Euro. Diese Wertsteigerung ist in der Bilanz nicht verzeichnet. Dieser Betrag stellt eine stille Rücklage dar. Würde das Unternehmen jetzt das Grundstück verkaufen, also die Reserve auflösen, so würde die Firma 200.000 Euro Gewinn machen.

Unterbewertung des Anlagevermögens durch überhöhte Abschreibung:
Das Unternehmen hat letztes Jahr einen LKW für 50.000 Euro gekauft. Es wurde eine Nutzungsdauer von 4 Jahren festgelegt. Tatsächlich wird der LKW aber 5 Jahre genutzt.

Unterbewertung

Der Wert in der Bilanz:                  Der tatsächliche Wert:
Abschreibungssatz bei 4 Jahren           Abschreibungssatz bei 5 Jahren
Nutzungsdauer 25%                        Nutzungsdauer 20%
------------------------------           ------------------------------
Buchwert Ende 1. Jahr                    Wert Ende 1. Jahr
          37.500 Euro                          40.000 Euro
Laut Bilanz hat das Unternehmen hier 37.500 Euro angelegt, tatsächlich sind es 40.000 Euro. Die Differenz stellt eine stille Reserve dar.

Weiteres Beispiel für Unterbewertung des Umlaufvermögens:
Der Geschäftsführer hat im vergangenen Jahr einen Teil des Gewinns der Firma in Aktien investiert. Die Anschaffungskosten betrugen 300 Euro pro Aktie. Mit diesem Wert stehen sie auch als Umlaufvermögen in der Bilanz. Mittlerweile stieg der Kurs, der Wert beträgt jetzt 400 Euro. Damit besitzt das Unternehmen eine stille Reserve von 100 Euro.

Weiteres Beispiel für Überbewertung der Schulden:
Die Firma kauft in den USA eine Spezialmaschine im Wert von 100.000 Dollar. Nach dem aktuellen Dollarkurs (1 Dollar = 0,8066 Euro) entstehen Verbindlichkeiten von 80.660 Euro. Bei der Begleichung der Rechnung steht der Dollar auf 0,75 Euro. Dadurch zahlt das Unternehmen in Euro weniger als bilanziert. Es entsteht eine stille Rücklage von 5.660 Euro. Bei der Überbewertung von Schulden wird das Fremdkapital zu hoch ausgewiesen.

Der Vorteil verdeckter Rücklagen ist die Tatsache, dass es sich dabei um einen Gewinn handelt, der nicht in den Büchern auftaucht. Der Gewinn eines Unternehmens ist aber die Grundlage für die Besteuerung. Die erhöhten Abschreibungen des Unternehmens, der Gewinn durch Kursschwankungen im Auslandsgeschäft oder Kursanstieg an der Börse bleibt so unbesteuert. Bei Auflösung der Rücklagen werden diese Beträge allerdings ertragswirksam, erscheinen in den Büchern und müssen auch versteuert werden.

Es soll ein neuer Zweigbetrieb errichtet werden. Dafür wird ein Grundstück in einem anderen Ort verkauft und mit diesem Geld ein Grundstück am Ort der neuen Zweigstelle erworben. Dieses Grundstück ist Teil des Anlagevermögens der Firma. Durch den Verkauf dieses Vermögenswertes wird gebundenes Kapital in liquide Mittel freigesetzt. Diese können in andere Vermögenswerte neu investiert werden. Betrachtet wird zunächst nur der bilanzierte Grundstückswert von 300.000 Euro. Es wird kein neues Kapital zugeführt, sondern vorhandenes Vermögen umgeschichtet. Da hier ein Aktivposten gegen einen anderen getauscht wird, spricht man von einem Aktivtausch. Auswirkungen dieses Vorgangs in der Bilanz:
Der Verkauf setzt Kapital frei, das jetzt in einen anderen Vermögenswert investiert werden kann.
AKTIVA                                    AKTIVA
---------------                           ---------------
Anlagevermögen           Verkauf          Umlaufvermögen
 Grundstück              ========>        Bankkonto
 300.000,-               Kapital-         + 300.000,-
                         freisetzung
Aktiva von 300.000 Euro (im Anlagevermögen) werden in andere Aktiva des gleichen Betrags (hier beim Bankkonto / Umlaufvermögen) getauscht. Der Verkauf von Vermögenswerten ist eine kapitalfreisetzende Einnahme.

Bei der Selbstfinanzierung wird dem Unternehmen neues Eigenkapital zugeführt, durch Der Aktivtausch ist eine Vermögensumschichtung, durch die kein neues Kapital gewonnen wird.

Anlagegüter sind Abnutzung und Verschleiß unterworfen. Der damit verbundene Wertverlust wird durch die Abschreibung erfasst und schlägt sich auch in der Bilanz nieder.

Beispiel: Für einen LKW ist eine Nutzungsdauer von 4 Jahren veranschlagt. Die jährliche Abschreibung wird wie folgt berechnet:

Anschaffungskosten / Nutzungsdauer = Abschreibungsbetrag (AFA-Betrag, Absetzung für Aufwendungen).

Der LKW wird somit jährlich mit 25% (10.000 Euro) abgeschrieben, verliert um diesen Betrag an Wert. Deshalb stellt die Abschreibung eine Aufwendung des Unternehmens dar. Diese schmälert den Gewinn und damit auch die Steuer.

Zur Berechnung der jährlichen Abschreibungsbeträge gibt es zwei Methoden:
Abschreibungen dienen nicht nur der Finanzierung von Reinvestitionen. Das folgende Beispiel zeigt, wie sie langfristig auch zur Finanzierung von Neuinvestitionen herangezogen werden können.

Ein Unternehmen kauft jedes Jahr eine Maschine für 1.000 Euro.
Die Nutzungsdauer beträgt 5 Jahre, die jährliche Abschreibung 200 Euro.


        Jahr    1
          1    200   1. Jahr/eine Maschine 
          2
Maschinen 3
          4
          5
Abschreibung   200   ← Die Abschreibung wird über 
liquide Mittel 200          den Preis verdient.
-Reinvestition       ← Reinvestiert wird nicht.
freigesetzte   200   ← Der Abschreibungsbetrag fließt in die Kasse
Mittel


Reinvestition 1 Jahr
        Jahr    1    2    3    4    5
          1    200  200  200  200  200 5. Jahr/fünf Maschinen 
          2         200  200  200  200
Maschinen 3              200  200  200
          4                   200  200
          5                        200
Abschreibung   200  400  600  800 1000 ← Die Abschreibungsbeträge 
liquide Mittel 200  600 1200 2000 3000   haben sich angesammelt.
-Reinvestition                    1000 ← Eine Maschine wird ersetzt
                                         - eine Reinvestition.
freigesetzte   200  600 1200 2000 2000 ← Zur Finanzierung genügt die
Mittel                                   Abschreibung dieses Jahres. Die
                                         Abschreibungen der ersten Jahre
                                         sind freigesetztes Kapital.

Reinvestition 5 Jahre
        Jahr    1    2    3    4    5    6    7    8    9    10
          1    200  200  200  200  200  200  200  200  200  200
          2         200  200  200  200  200  200  200  200  200
Maschinen 3              200  200  200  200  200  200  200  200
          4                   200  200  200  200  200  200  200
          5                        200  200  200  200  200  200
Abschreibung   200  400  600  800 1000 1000 1000 1000 1000 1000 ←  
liquide Mittel 200  600 1200 2000 3000 3000 3000 3000 3000 3000  
-Reinvestition                    1000 1000 1000 1000 1000 1000 ← 
freigesetzte   200  600 1200 2000 2000 2000 2000 2000 2000 2000 ← 
Mittel 						 

Reinvestition 10 Jahre
Auch in den weiteren Jahren wird jeweils eine alte durch eine neue Maschine ersetzt. Die dazu nötigen Mittel erbringt die verdiente Abschreibung. Die Abschreibungsbeträge der ersten Jahre werden nicht für Reinvestitionen benötigt. Sie stehen für Neuinvestitionen zur Verfügung.

Die bisher vorgestellten Arten der Innenfinanzierung haben das Eigenkapital des Unternehmens betroffen: Es gibt aber noch eine Finanzierungsart, die zur Innenfinanzierung gehört, aber Fremdkapital betrifft.
Das Unternehmen hat eine Pensionskasse für ihre Mitarbeiter. Irgendwann muss sie daraus Leistungen erbringen. Zu diesem Zweck nimmt sie Rückstellungen vor, d.h. sie bildet Reserven für den Fall der Auszahlung. Auch die Mitarbeiter zahlen in die Pensionskasse ein. Da diese Beträge den Mitarbeitern zustehen, handelt es sich um Verbindlichkeiten, also Fremdkapital. Bis zur Fälligkeit kann die Firma aber mit diesem Geld arbeiten, es investieren. Wenn die Pensionen allerdings ausgezahlt werden, ist der Finanzierungseffekt aufgehoben. Dennoch hat die Finanzierung durch Rückstellungen gegenüber der normalen Fremdfinanzierung den Vorteil, dass hier keine Zinskosten anfallen. Außerdem sind sie ein betrieblicher Aufwand, der vom steuerlichen Gewinn abgeht.

Fazit: Bei der Innen- oder Selbstfinanzierung stammt das Kapital aus dem Betrieb. Die Innenfinanzierung hat den Vorteil, dass keine Zinskosten entstehen und Tilgungen nicht die Liquidität belasten. Offene Innenfinanzierung: aus nicht ausgeschütteten Gewinnen werden Rücklagen und damit Eigenkapital gebildet. Stille Innenfinanzierung erfolgt durch die Bildung stiller Rücklagen. Diese entstehen durch die Unterbewertung von Vermögensteilen (z.B. bei erhöhter Abschreibung) oder durch Überbewertung der Schulden (z.B. durch überhöhte Rückstellungen). Im Unternehmen gebundenes Kapital wird durch Vermögensumschichtungen (Aktivtausch) freigesetzt und kann neu investiert werden. Durch verdiente Abschreibungen sammelt sich Kapital für Re- und/oder Neuinvestitionen an. Fremdkapital, das in langfristige Rückstellungen fließt, steht bis zur Fälligkeit dem Unternehmen zinslos zur Verfügung.

(2) Einlagen- und Beteiligungsfinanzierung
Ebenso wie bei der Innenfinanzierung wird bei der Einlagenfinanzierung Eigenkapital gebildet. Auch sie ist eine Form der Eigenfinanzierung. Da dieses Kapital nicht im Betrieb erwirtschaftet wird, gehören Einlagen und Beteiligungen zur Aussenfinanzierung.


Ein Einzelunternehmen wird durch den Inhaber allein geleitet. Die Finanzierung bestreitet dieser durch Einlagen aus seinem Privatvermögen.

Einlagenfinanzierung
AKTIVA           BILANZ           PASSIVA                Privatvermögen
-----------------------------------------
Anlagevermögen      |        Eigenkapital       ←          Einlage
Umlaufvermögen      |
                    |
Die Einlagenfinanzierung ist eine Form der Eigenfinanzierung, weil Eigenkapital gebildet wird. Da dieses Eigenkapital nicht innerhalb des Unternehmens gebildet wurde, ist sie auch eine Form der Aussenfinanzierung.

Mit der Aufnahme eines Gesellschafters (ändert sich die Gesellschaftsform und) wächst durch dessen Beteiligung auch das Eigenkapital. Bei Einlagen von neu hinzukommenden Gesellschaftern spricht man von Beteiligungsfinanzierung.

Beteiligungsfinanzierung
AKTIVA           BILANZ           PASSIVA                Privatvermögen
-----------------------------------------
Anlagevermögen      |        Eigenkapital       ←          Einlage
Umlaufvermögen      |         +   Einlage       ←          Einlage
                    |
Mit dieser Eigenkapitalerhöhung kann das Unternehmen investieren oder Fremdkapital ersetzen, d.h. Schulden bezahlen.

Beteiligungsfinanzierung, Fremdkapital
AKTIVA           BILANZ           PASSIVA                Privatvermögen
-----------------------------------------
Anlagevermögen      |        Eigenkapital       ←          Einlage
Umlaufvermögen      |         +   Einlage       ←          Einlage
                    |        Fremdkapital

Der Einzelunternehmer kann jederzeit durch Einlagen aus seinem Privatvermögen das Kapital aufstocken. Bei Personengesellschaften wie der KG (Kommanditgesellschaft) bringen die Gesellschafter das Stammkapital auf. Im Gesellschaftsvertrag können sie zu weiteren Nachschüssen verpflichtet werden. Die Aufnahme neuer Gesellschafter mit entsprechenden Beteiligungen ermöglicht ebenfalls Eigenkapitalzuführung.

Eigenkapital macht unabhängig. Es ist Voraussetzung dafür, dass man fremdes Kapital aufnehmen kann (Kredite). Das Unternehmen wird dadurch nicht von Kreditkündigung und den Entzug von Betriebsmitteln bedroht. Es ist krisenfester.

Wandelt man ein Einzelunternehmen zu einer GmbH um, verfügt das Unternehmen i.d.R. durch ihre Gesellschafter über mehr Eigenkapital. Andererseits haben die Gesellschafter auch Mitspracherechte in der Geschäftsleitung. Die Einlagen- bzw. Beteiligungsfinanzierung bringt noch eine Reihe anderer Vor- und Nachteile mit sich. Bei Kapitalgesellschaften (GmbH, AG) wird das Eigenkapital von den Anteilseignern aufgebracht. Über eine Erhöhung des Eigenkapitals durch die Aufnahme neuer Gesellschafter muß die Versammlung der Anteilseigner mit satzungsmäßiger Mehrheit entscheiden. Bei der Aktiengesellschaft (AG) ergeben sich noch einige Besonderheiten. Hier wird das Eigenkapital von Aktionären durch den Kauf der Aktie an der Börse aufgebracht. Über die Börse kann die AG Anteilsrechte an ihrem Eigenkapital vielen Kapitalgebern anbieten. Da der Mindestnennwert einer Aktie per Gesetz auf 1 Euro (§ 8 AktG) festgesetzt ist, können auch kleinste Beträge für die Eigenfinanzierung gewonnen werden.

Das Eigenkapital von Kapitalgesellschaften besteht aus Grundkapital und Rücklagen. Das Grundkapital ist in Anteile zerlegt. Bei der Aktiengesellschaft wird das Anteilsrecht durch die Aktie beurkundet. Mit der Aktie ist u.a. der Anspruch auf Gewinnanteil (Dividende) und Stimmrecht in der Hauptversammlung verbunden. Nicht ausgeschüttete Gewinne fließen als Rücklage in Eigenkapital.

Bei einer ordentlichen Kapitalerhöhung benötigt der Vorstand der AG die Zustimmung der Hauptversammlung (Drei-Viertel-Mehrheit). Ist diese gegeben, gibt die AG neue (junge) Aktien heraus. Das Eigenkapital erhöht sich um den Ausgabewert der jungen Aktien. Beispiel: Der Nennwert der alten Aktien, die bei der Gründung der AG ausgegeben wurden, beträgt 100 Euro. Das Grundkapital setzt sich aus der Summe dieser Nennwerte zusammen. Der Börsenkurs und damit der Handelswert dieser 100 Euro Aktie liegt bei ca. 200 Euro. Auch die jungen Aktien mit dem Nennwert von 100 Euro werden zu einem Ausgabewert von 200 Euro an der Börse angeboten.

Bemerkungen zur Bestimmung des Ausgabenpreises
Der Ausgabepreis der jungen Aktien darf nicht geringer sein als der Nennwert (nicht unter pari). Meist liegt er zwischen dem Nennwert und dem Börsenkurs der alten Aktien. Bei der Kapitalerhöhung haben die Aktionäre ein Vorkaufsrecht (Bezugsrecht) auf die jungen Aktien. Dadurch können sie ihre bisherige prozentuale Beteiligung an der AG, von welcher der Einfluss auf das Unternehmen abhängt, aufrechterhalten.

Durch die Ausgabe von 10.000 Stück junger Aktien zum Preis von 200 Euro erhöht die AG ihr Eigenkapital um die gewünschten 2 Millionen Euro. Der Nennwert dieser jungen Aktien (10.000 Euro * 100 = 1 Million) erhöht dabei das Grundkapital und wird auf dem sogenannten Nominalkonto gebucht). Der Mehrbetrag der Einnahmen (1 Million), Aufgeld oder Agio genannt, fließt in die Rücklagen.

Neben der ordentlichen Kapitalerhöhung gibt es noch zwei Varianten.
  1. Die bedingte Kapitalerhöhung:
    ... berechtigt einen bestimmten Personenkreis zum Bezug neuer Aktien (z.B. die Belegschaft). Das Kapital wird nur in dem Maße erhöht, wie von diesem Bezugsrecht gebraucht gemacht wird. Maximal 50% des bisherigen Grundkapitals dürfen so beschafft werden.
  2. Die genehmigte Kapitalerhöhung:
    Die Hauptversammlung ermächtigt den Vorstand, innerhalb von 5 Jahren das Grundkapital bis zu einen bestimmten Betrag (maximal aber um die Hälfte) zu erhöhen. Das ermöglicht dem Vorstand, je nach Wirtschaftslage und Kapitalbedarf, schnell zu reagieren.
Und schließlich, die Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmittel - offene Rücklagen werden in Grundkapital umgewandelt. Entsprechend ihrem bisherigen Kapitalanteil erhalten die Aktionäre diese Berichtigungsaktien. Diese Maßnahme erhöht zwar nicht das Eigenkapital, verändert aber seine Struktur.

Je höher der Börsenkurs, desto höher ist auch der Ausgabepreis der jungen Aktien und desto mehr Geld nimmt die AG durch deren Verkauf ein. Der Börsenkurs richtet sich aber nicht zuletzt nach dem Ertrag der Aktie. Je höher die Dividende, desto attraktiver die Aktie. Die AG zahlt hohe Dividenden aus, um so über den Verkauf neuer Aktien den ausgeschütteten Gewinn wieder zurückzuholen. Das Prinzip: "Schütt aus, hol zurück!".

Fazit: Einlagenfinanzierung liegt vor, wenn dem Unternehmen durch die Eigentümer Eigenkapital zugeführt wird. Einzelunternehmen und Personengesellschaften erhalten das Kapital aus den privaten Mitteln des Unternehmers oder durch Neuaufnahme von Gesellschaftern. Die Aktiengesellschaft erhält ihr Eigenkapital durch die Ausgabe von Aktien.

(3) Fremdfinanzierung
Bei der Fremdfinanzierung erhält das Unternehmen von Aussenstehenden Kapital, das sogenannte Fremdkapital. Da dieses Kapital nicht innerhalb des Betriebes erwirtschaftet wurde, handelt es sich um eine Form der Aussenfinanzierung. Fremdfinanzierung ist die Beschaffung von Kapital durch Aufnahme von Krediten. Sie ist die häufigste Form der Finanzierung in der Wirtschaft.

Fremdfinanzierung
AKTIVA           BILANZ           PASSIVA                Privatvermögen
-----------------------------------------
Anlagevermögen      |        Eigenkapital       ←          Einlage
Umlaufvermögen      |        Fremdkapital       ←          Kredite
                    |   
                                                           Kreditgeber
Der Kreditgeber, auch Gläubiger genannt, stellt dem Kreditnehmer (Schuldner) Kapital für begrenzte Zeit zur Verfügung. Die Gegenleistung besteht in regelmäßigen Zinszahlungen des Schuldners. Beim Darlehen werden Auszahlungs- und Rückzahlungstermin vertraglich festgelegt und der gesamte Betrag meist in einer Summe ausgezahlt. Je nach Rückzahlungstermin unterscheidet man: Die Gesamthöhe und die Formen des Fremdkapitals ergeben sich aus Kapitalbedarf und Finanzplan. Wie hoch die Verschuldung sein darf, ist eine zentrale Frage der Unternehmensleitung, denn ohne Fremdfinanzierung kommt heute kaum noch ein Unternehmen aus. Dabei ergibt sich die Frage: Kann sich das Unternehmen eine Kredit leisten? Zins- und Tilgungszahlungen belasten die Liquidität, d.h. die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens. Der Finanzplan muß eine Liquiditätsvorsorge beinhalten. Je länger die Laufzeit ist, desto stärker verteilt sich auch die Rückzahlung. Kurzfristige Kredite belasten die Liquidität stärker als langfristige. Wenn ein Unternehmen ein Kredit über 1 Million Euro auf 5 Jahre erhält, muß sie pro Jahr wesentlich mehr Geld für den Schuldendienst bereitstellen als bei einer Laufzeit von 10 Jahren.
Eine zweite Frage lautet: Ist der Kredit rentabel?
 Fremdkapital                          Fremdkapital
      ↓                                    ↓
 Investitionen                          Zinskosten
      ↓                                    ↓
 Ertragssteigerungen        >       Aufwandssteigerungen
 
 
Die Ertragssteigerung, die durch die Fremdfinanzierung ermöglicht wird, muß höher sein als die damit verbundenen Kosten.

Bei der Kalkulation der Rentabilität ist ein Vorteil der Fremdfinanzierung zu berücksichtigen: Zinsen sind Aufwendungen, die den steuerpflichtigen Gewinn mindern. Das ist bei Dividenden für Einlagen nicht der Fall. Das Unternehmen spart also bei Fremdfinanzierung Steuern. Andererseits: Gehen die Geschäfte schlecht, kann bei der Einlagen- / Beteiligungsfinanzierung auf Gewinnausschüttung verzichtet werden. Zins- und Tilgungszahlungen für Fremdfinanzierung dagegen fallen immer an.

Die Unternehmerrendite ist eine wichtige Messzahl für die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens. Sie zeigt, wieviel Gewinn das eingesetzte Eigenkapital erwirtschaftet.
Beispiel: Ein Unternehmen finanziert eine Investition zu 100% mit Eigenkapital. Die Investition bringt 10% Gewinn.
 Reingewinn 10 x 100
 --------------------  =  Unternehmensrendite 10%
 Eigenkapital 100
 
 
Durch den Einsatz von Fremdkapital sinkt der Eigenkapitalanteil (z.B. auf 50%). Entsprechend steigt die Rendite.
 Reingewinn 10 x 100
 --------------------  =  Unternehmensrendite 20%
 Eigenkapital 50
 
 

Je höher der Fremdkapitalanteil und damit je geringer der Eigenkapitalanteil, desto höher die Rendite des Eigenkapitals. Man spricht von der Hebelwirkung des Fremdkapitals. Die Hebelwirkung des Fremdkapitals ist ein großer Anreiz, trotz geringen Eigenkapitals die geplante Investition über Kredite zu finanzieren. Das Unternehmen kann sich zugrunde richten, wenn die fixen Kosten steigen oder die Ertragslage schlecht ist. Nachfolgend die Vor- und Nachteile der Fremdfinanzierung: Kreditaufnahme bringt immer die Gefahr mit sich, dass ein Unternehmen bei schlechter Geschäftslage in Zahlungsschwierigkeiten gerät. Nehmen wir z.B. folgende Situation: Alle Gläubiger eines Unternehmens kündigen ihre Kredite und ziehen ihr Kapital aus der Firma. Jetzt hängt es von der Kapitalstruktur ab, ob das Unternehmen diese Krise meistern kann. Wurden die beiden wichtigsten Finanzierungsgrundsätze beachtet:
 Beispiel 1:
 |----------------|---------------| 
 |                |  Eigenkapital |
 | Anlagevermögen |---------------|
 |----------------|               |
 | Umlaufvermögen |  Fremdkapital |
 |                |               |
 |----------------|---------------| 
 
Das Unternehmen hat sich durch die Vorteile der Fremdfinanzierung dazu verleiten lassen, den überwiegenden Teil des Vermögens durch Kredite finanzieren. Um die Schulden zu bezahlen, muss nicht nur das Umlaufvermögen flüssig gemacht werden (Auflösung der Konten, Verkauf der Vorräte). Auch Teile des Anlagevermögens (Maschinen, Fahrzeuge) gehen verloren. Die Firma kann nicht mehr produzieren.
 Beispiel 2:
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 |                |  Eigenkapital |
 | Anlagevermögen |               |
 |----------------|               |
 | Umlaufvermögen |---------------|
 |                |  Fremdkapital |
 |----------------|---------------| 
 
Nach Befriedigung der Gläubiger sind das Anlagevermögen und ein Teil des Umlaufvermögens noch vorhanden. Das Unternehmen bleibt existenzfähig.

Die goldene Bilanzregel:
Das Anlagevermögen soll durch Eigenkapital gedeckt sein!

In der Praxis wird die goldene Bilanzregel selten erfüllt. Sie sollte jedoch als Zielvorstellung berücksichtigt werden, um Liquiditätskrisen zu vermeiden. Bei der Prüfung der Kreditwürdigkeit durch die Bank spielt der Grad der Deckung durch Eigenkapital eine große Rolle.

Natürlich wird selten das gesamte Fremdkapital auf einmal fällig. Es gibt langfristige und kurzfristige Kredite, ebenso wie langfristige und kurzfristige Bindungen des Kapitals. Das Umlaufvermögen ist dadurch definiert, dass es schnell in liquide Mittel zurück verwandelt werden kann (Umsetzung von Rohstoffvorräten, Verkauf von Waren, Geld auf Bank- und Girokonten). Das in Anlagevermögen (Maschinen, Grundstücke, Gebäude) investierte Kapital ist dagegen langfristig gebunden.

Da kurzfristige Kredite leichter zu erhalten sind, ist die Versuchung groß, auch Anlagevermögen mit kurzfristigen Krediten zu finanzieren, die bald wieder fällig werden. Wenn die Firma dann nicht den erwarteten Erfolg verzeichnen kann, sind wiederum das Anlagevermögen und damit die Produktionsfähigkeit des Unternehmens gefährdet. Daraus ergibt sich der zweite Finanzierungsgrundsatz:

Die goldene Bankregel / Die goldene Finanzierungsregel:
Kurzfristige Kredite sollen nicht langfristig festgelegt werden!

D.h. für die Praxis: Wenn das Anlagevermögen, inklusive eiserner Bestand, schon nicht durch Eigenkapital gedeckt werden kann, dann zumindest durch langfristiges Kapital.
 |----------------|                |----------------| 
 |                | langfristig    |  Eigenkapital  |
 | Anlagevermögen | gebunden       |----------------|
 |                |                __________________
 |----------------|                |                | 
 __________________                |  langfristig   |
 |                | schnelle       |--Fremdkapital--|
 | Umlaufvermögen | Umsetzung in   |  kurzfristig   |
 |                | liquide Mittel |                |
 |----------------|                |----------------| 
 
Aber bevor ein Unternehmen ein Darlehen von der Bank erhält, wird diese auch ihre Überlegungen anstellen. Ist das Unternehmen solide, und werden wir unsere Zinsen und unser Kapital zurückbekommen? Die Bank prüft die Kreditwürdigkeit.
Unter persönlicher Kreditwürdigkeit versteht man dabei die Zuverlässigkeit des Unternehmers und seine beruflichen Fähigkeiten. Die materielle Kreditwürdigkeit setzt geordnete wirtschaftliche Verhältnisse voraus, denen die Kredithöhe und die Kreditbedingungen angemessen sind. Zu diesem Zweck analysiert die Bank die Finanz- und Erfolgslage des Unternehmens. Bei dieser Bilanzanalyse werden folgende Aspekte untersucht:

Sicherheiten müssen vom Kreditnehmer immer dann gestellt werden, wenn seine finanziellen Verhältnisse keine Garantie dafür geben, dass er Zinszahlungen und Tilgung fristgerecht leisten kann. Die Bank erhält dadurch die Möglichkeit, sich das ausgeliehene Geld auf jeden Fall zu beschaffen.

Die häufigsten Formen der Kreditsicherung sind:


Weitere Möglichkeiten der Beschaffung von Fremdkapital sind:

Der Kontokorrentkredit
Ein Unternehmen hat ein Bankkonto, über das alle laufenden Zahlungen abgewickelt werden, wie z.B. Lohnauszahlungen, Begleichung von Rechnungen für Rohstoffe, Zahlungseingänge für verkaufte Waren und Dienstleistungen.

               Kontobewegungen
---------------------------------------------
 1.12. Löhne und Gehälter          → 33.000,-
 2.12. Zahlung an Sand & Steine KG → 16.500,-
 6.12. Zahlung von Holzhandel GmbH ← 12.000,-
 8.12. Zahlung an Bauarchitekten   →  5.000,-
 9.12. Zahlung von Handels GmbH    ← 12.000,- 
Die Bank räumt dem Unternehmen einen Überziehungskredit ein. Für ihn werden eine Laufzeit und eine bestimmte Höhe (Kreditlimit) vereinbart. Nutzt das Unternehmen den Kredit aus, treten Zinskosten auf. Sammelt sich dagegen Geld an, schreibt die Bank Guthabenzinsen gut. Das ermöglicht dem Unternehmen kurzfristige die Finanzierung laufender Kosten. Da der Kontokorrentkredit in der Regel immer wieder verlängert wird, ergibt sich eine langfristige Wirkung. Die entstehenden wechselseitigen Forderungen der Partner, (d.h. vom Unternehmen und der Bank), werden auf dem Kontokorrentkonto gesammelt und in regelmäßigen Zeitabständen, meist viertel- oder halbjährlich, verrechnet.

Der Lieferantenkredit
Die Sand & Steine KG liefert Waren im Wert von 16.500 Euro und räumt ein Zahlungsziel von 30 Tagen ein, d.h., das Unternehmen muss die Rechnung erst nach einem Monat begleichen. Beim Lieferantenkredit werden also keine Gelder gezahlt, er entsteht durch die Verzögerung von Zahlungen. Für das Unternehmen ist dies eine bequeme Form kurzfristiger Fremdfinanzierung, ohne Formalitäten, Vertrag und Kreditwürdigkeitsprüfung. Für diesen Kredit sind auch keine Sicherheiten nötig, ausser dem Eigentumsvorbehalt. Dabei ist der Lieferantenkredit nicht zinslos. Warum? Bei Barzahlung gewährt die Sand & Steine KG wie die meisten Firmen 2% Skonto. Da das Unternehmen die Rechnung später begleicht, entgeht der Firma diese Ersparnis. Es handelt sich um einen versteckten Zins. Man könnte meinen, 2% sind ja nicht viel. Bedenkt man, dass dies für eine Laufzeit von einem Monat gilt, sind das umgerechnet 24% Jahreszins. Da ist jeder Bankkredit billiger!
Dennoch kann der Lieferantenkredit willkommen sein, um kurzfristige Liquiditätskrisen zu überstehen und wenn keine Möglichkeit besteht, einen Bankkredit aufzunehmen.


Der Kundenkredit - Anzahlungen von Kunden
Anzahlungen von Abnehmern werden entweder vor Beginn des Produktionsprozesses oder nach teilweiser Fertigstellung gewährt. Sie stehen dem Betrieb zinslos zur Verfügung und verbessern seine Liquidität. In manchen Wirtschaftszweigen wäre infolge langer Produktionsdauer eine alleinige Finanzierung durch den Hersteller nicht durchführbar. Zum Beispiel im Maschinenbau: 1/3 des Kaufpreises bei Erteilung des Auftrages zur Herstellung, 1/3 bei Lieferung und 1/3 bei vereinbartem Zahlungsziel. Bei dieser Finanzierungsform ist neben der Länge des Produktionsprozesses auch die Stärke der Marktstellung des Betriebes und seiner Abnehmer entscheidend. Der Auftraggeber geht bei Gewährung von Anzahlungen das Risiko ein, dass der Lieferant seinen Verpflichtungen nicht nachkommt oder nicht mehr nachkommen kann. Meist ist eine Bankgarantie zusätzlich erforderlich. Die Gebühren hierfür sind indirekt die Kosten des Kundenkredits. Der Vorteil der Anzahlung von Kunden: Der Auftragnehmer braucht in Höhe der Anzahlung keine eigenen Finanzierungsmittel zur Vorfinanzierung einzusetzen.


Bei der Finanzierung durch Leasing werden langfristige Nutzungsrechte an Gütern durch Miet- oder Pachtverträge erworben.

Leasing
      Nutzungsrecht                           Eigentümer
   |----------------|                      |---------------| 
   | Leasingnehmer  | Leasingraten (Miete) | Leasinggeber  |
   |                |   =======>        |               |
   |----------------|                      |---------------|

Wenn ein Unternehmen nicht in der Lage ist, den hohen Kaufpreis für z.B. Baumaschinen aufzubringen, kann es mit dem Hersteller einen Leasingvertrag abschließen.
Neben dem direkten Leasing durch den Hersteller gibt es auch Finanzierungsunternehmen, die Anlagen kaufen, um sie dann zu vermieten (indirektes Leasing). Beim Leasing sind die Kosten meistens höher als beim Kauf, da der Leasinggeber neben den Anschaffungskosten auch einen Gewinn und eine Risikoprämie erwirtschaften will. Die Kosten verteilen sich jedoch auf die Vertragsdauer. Dadurch kann ohne Inanspruchnahme von Krediten oder Barmitteln ein Betrieb aufgebaut, erweitert oder rationalisiert werden. Leasing wird zur Fremdfinanzierung gerechnet, weil hier in Höhe der Leasingraten Verbindlichkeiten entstehen.

Factoring
Ein Unternehmen braucht dringend liquide Mittel. Es verfügt über Forderungen, die aber noch nicht fällig sind. Diese Forderungen werden an einen Factor (engl. = Agent) verkauft. Dadurch erhält das Unternehmen sofort Mittel in Höhe dieser Forderungen, abzüglich Zinsen, Gebühren und Risikoabschlag, die den Ertrag des Factoringnehmers ausmachen. Dieser erhält sein Geld bei Fälligkeit der Forderungen. Factoring gehört im weiteren Sinne zur Fremdfinanzierung, weil hier bis zur eigentlichen Fälligkeit der Forderungen zwischenzeitlich Kapital zur Verfügung gestellt wird.

Fazit: Bei der Fremdfinanzierung wird Kapital durch Aussenstehende in Form von Krediten zur Verfügung gestellt. Neben den langfristigen Krediten, wie dem Darlehen, gibt es eine Reihe kurzfristiger Finanzierungsmöglichkeiten. Hierzu zählt der Kontokorrentkredit zu Finanzierung laufender Geschäfte durch Einräumung einer Kontoüberziehungsspanne. Fremdkapital ist in der Regel zeitlich befristet. Tilgung und Zinskosten müssen in die Liquiditätsvorsorge eingeplant werden. Bei Beachtung der Finanzierungsregeln soll verhindern, dass ein Unternehmen sich zu sehr verschuldet. Vor allem die Finanzierung des langfristigen Vermögens durch kurzfristige Kredite ist zu vermeiden. Vor der Vergabe eines Kredites erfolgt meist durch die Bank eine Prüfung der Kreditwürdigkeit. Die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens wird dabei anhand verschiedener Messzahlen zur Vermögens- und Kapitalverteilung und zur Ertragskraft analysiert. Bei Kreditsicherungen erhält der Gläubiger Pfandrechte am Vermögen des Schuldners, oder weitere Personen garantieren Tilgung und Zinszahlung für den Kredit.

*Quellenangabe: Alle hier dargestellten Informationen waren Teil der Ausbildung zum Datenverarbeitungskaufmann (1991-1994) und sind heute noch Bestandteil der Ausbildungen in kaufmännischer Berufen.

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