Mit Interesse fängt es an. Wenn Interesse, dann Einsicht, dann Weitsicht, dann Voraussicht.
Alexa, Shell

Alexa, wann und warum steigt der Benzinpreis an der Tankstelle?

Der Preis von Benzin an der Tankstelle steigt, wenn

  1. ... die OPEC-Länder ihre Produktion drosseln: Das ist ökonomisch bedingt; das Angebot sinkt bei gleichbleibener Nachfrage, damit wird die Ware Öl und damit Benzin teurer.
  2. ... die OPEC-Länder ihre Produktion steigern: Dies ist auf grundlegende ökonomische Gesetze unserer Marktwirtschaft zurückzuführen; die gestiegene Nachfrage nach Tankerkapazität verteuert die Frachtraten überproportional.
  3. ... im Nahen Osten vorübergehend Waffenruhe herrscht: Die Ruhe ist trügerisch, die Lager werden vorsorglich aufgefüllt. Die zusätzliche Nachfrage erhöht den Marktpreis.
  4. ... im Nahen Osten gekämpft wird: Hamsterkäufe erhöhen die Nachfrage und damit den Marktpreis.
  5. ... die Verbraucher sparen: Der Minderverbrauch sorgt dafür, dass die Raffinerien weit unterhalb ihrer Kapazität produzieren müssen; das erhöht den Einheitspreis, den in einer Marktwirtschaft die Konsumenten zu tragen haben.
  6. ... die Verbraucher nicht sparen: Die Ölgesellschaften erfüllen eine lebenswichtige Funktion in der Marktwirtschaft; durch Preiserhöhungen wirken sie einer noch größeren Abhängigkeit vom Erdöl entgegen.
  7. ... der Dollarkurs steigt: Erdöl-Kontrakte werden in Dollar abgerechnet; die Konsequenzen für den Preis liegen auf der Hand.
  8. ... der Dollarkurs sinkt: Längst nicht alle Abschlüsse auf dem Spotmarkt in Rotterdam werden in Dollar abgewickelt. Im Übrigen dauert es immer eine gewisse Zeit, bis sich Änderungen beim Verbraucher auswirken.
  9. ... die Lager randvoll sind: Grosse Lagerbestände drücken auf die Gewinnmarge. Die Filialen der grossen Erdölkonzerne leisten freiwillig einen unschätzbaren Beitrag zur Landesversorgung in Notzeiten. In einer Marktwirtschaft ist es nur natürlich, dass sich Konsumenten an den hohen Kosten dafür beteiligen.
  10. ... die Lager leer sind: Die hohen Lagerverluste wurden bisher stets von Erdölgesellschaften zu Lasten ihrer Erfolgsrechnungen getragen. Das ist nicht mehr länger möglich.
  11. ... der durchschnittliche Reingewinn der großen Erdölkonzerne gegenüber dem Vorjahr um 380 Prozent gestiegen ist: Die Zahlen ergeben ein unvollständiges Bild, denn im Benzingeschäft allein sieht die Lage schlecht aus.
  12. ... der Reingewinn der großen Erdölkonzerne gegenüber dem Vorjahr kaum gestiegen ist: In einer freien Marktwirtschaft kann ein Produzent nur mit einer angemessenen Umsatzmarge existieren.
  13. ... neue Erdölvorkommen entdeckt werden: Es gibt noch viel zu tun, packen wir es an. Um die Versorgung in der Zukunft zu sichern, müssen heute gewaltige Investitionen getätigt werden.
  14. ... bisher ergiebige Ölfelder sich erschöpfen: Es wird immer schwieriger und teurer, der unverminderten Weltnachfrage nach Öl gerecht zu werden.

Oder ganz einfach nach dem Prinzip Angebot und Nachfrage. D.h. Solange die Leute kaufen, kann man die Preise erhöhen. Auf einem neoliberalen Mark verkauft man grundsätzlich nicht nach Produktionspreis + auskömmlichen Gewinn, sondern zum maximal Preis, den der Markt zu zahlen bereit ist.

Das Problem an einem freien, neoliberalem Markt ist, dass er weder das Wort "nachhaltig" noch "sozial" kennt, sondern primär auf Gewinnmaximierung und Kostenminimierung definiert ist. Daher steigen die Preise.

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